Motherhood / Sozialkritik

Angst, digitale Medien mit Kindern

Digitale Medien mit Kindern

Vorab eins. Ich gehöre nicht zu den Antroposophischen Eltern die sich gegen jegliche digitale Medien auflehnen bzw. sie nicht akzeptieren. Ich denke, ein gesundes Mittelmaß ist hier vielleicht ganz gut. Es  ist als Mensch des 21. Jahrhunderts schier unmöglich ohne digitale Medien auszukommen. Es sei denn, man lebt auf einem Einsiedlerhof oder irgendwo in der Prärie. Wer hat schon diesen Luxus. Sogar im Amazonas und am Nordpol dokumtieren Ureinwohner Ihre Art zu Leben in den Sozialen Medien um auf sich aufmerksam zu machen und Ihren Lebensraum zu Schützen. Hier also ein absoluter Segen. Deswegen, finde ich es immer schwierig nur eine Seite der Medaille zu sehen. Die Wälder und Natur zu erkundschaften mit hilfreichen Apps ist auch schön. Wie oft erwische ich mich bei Fragen meiner Kinder dabei zu sagen, „das weiß ich jetzt nicht. Wir können es ja später mal im Netz nachgucken. Vielleicht gibt es auch eine Checkertobi-Folge zu dem Thema :-D“.

Die dunkle Seite der digitalen Medien

Ist ziemlich vielfältig. Unsere Kinder wachsen damit auf immer aufgezeichnet und dokumentiert zu werden. Am Besten posten wir die süßen Gesichter noch in den Sozialen Medien, weil wir total stolz darauf sind. Es ist so ein süßes Bild, jeder soll es sehen. Ich kann es sehr gut verstehen aber wir sollten hier nicht vergessen, das wir Bilder unserer Kinder verbreiten ohne ihre Zustimmung. Wir erziehen sie dahin, das jeder von ihnen Bilder mit dem Handy machen darf. Es ist doch nichts dabei. Es ist doch lustig.

Rein theoretisch, wenn sie alt genug sind um alleine auf den Spielplatz zu gehen, Jugendliche mit ihnen Bilder machen wollen, ist es für sie normal, wenn nicht sogar cool. Wollen wir, das es soweit kommt?

Sie haben eigene Youtube Kanäle mit 9 Jahren, ohne sich über die Gefahren die darin lauern bewusst zu sein. Es ist als würde man sein Kind alleine nach New York schicken ohne das es weiß wo es hin muss bzw. nicht weiß wo die Straßenbahnen abfahren.

Wie weit soll es denn gehen?

Wie weit reicht denn hier die Toleranz eigentlich? Beispielsweise Sätze von Erzieher:innen zu Hören wie, „Es wurde doch nur Spaßfotos gemacht“, nachdem Bilder mit einer „Spaßfoto App“ von Kindern in Einrichtungen gemacht wurden. „Ist doch nichts dabei“, alles gut: aus den Augen, aus dem Sinn? Schwierig…Meiner Meinung nach müsste eine ständige Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung stattfinden. Die Frage ist nur, wie?

Ein weiteres Beispiel das mir zu dem Thema einfällt ist das Lehren von Medienkompetenz an Grundschulen. Der Lehrplan hat den Hauptfokus nur auf Mathematik und Deutsch. Was ist mit den Kindern die gut zeichnen können und gut in Physik und Mathe sind aber schlecht in Deutsch oder Vis a Verse? Diese Kids fallen einfach aus dem System. Obwohl Ihre Skills die besten sind um Ingenieure zu werden. Sie kommen auf eine Haupt oder Gesamtschule und fertig. Dann haben wir die 1 er Schüler die irgendwann Medizin studieren nicht aus Überzeugung dem Hypokratischen Eid gegenüber, sondern einfach aus Prestige und Ansehen. Sind das dann später die besten Ärzte? Keine neue Frage.  Außerdem hat jedes zweite Kind spätestens in der vierten Klasse schon ein eigenes Handy oder Tablet mit Rollenspielen drauf und eigenem Youtube Channel. Aber klar, Deutsch und Mathematik sind die Zukunft…

Es gibt natürlich schon einige tolle Seiten, die zu diesem Thema interessantes Material haben, das  meiner Meinung nach fest in den Lehrplan von allen Grundschulen bzw. sogar als Fach gehört. Wie beispielsweise die Seite Schau hin! Hier wird wirklich sehr gut auf Gefahren und Risiken hingewiesen. Ich kann es jedem nur empfehlen hier mal reinzuschauen. Sie sind auch auf den sozialen Medien.

Es ist ein interessantes Feld, über das ich bestimmt noch einiges Schreiben werde…Was sind Eure Erfahrungen hierzu? Schreibt es mir einfach an contact@orientinokzident.com  oder in die Kommentare.

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orientinokzident@gmail.com

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9. Dezember 2021