Blog / Sozialkritik

Das Problem mit der Sozialdemokratie

Das Problem der Sozialdemokratie

Als ehemalige Mitarbeiterin einer der größten Gewerkschaften in Deutschland, habe ich einiges an Entwicklungen beobachten dürfen. Was mir auf jeden Fall aufgefallen ist, war der Schwund der Mitglieder in den Gewerkschaften. Ich weiß, das Gewerkschafter immer von Beginn an auch immer Sozialdemokraten waren, bis in die 90er Jahre. Doch mit der Ära Schröder kam der Umschwung (an dem wie gesagt, nicht unbedingt nur er persönlich sondern die „Kräfte“ ihren Beitrag geleistet haben). Die Gewerkschaften selbst, sind auch absolut schlechte Arbeitgeber wie fast alle NGO’s. Ist leider so. Sie kämpfen für die Rechte der Arbeiter aber ermöglichen wenig für ihre eigenen Mitarbeiter. Der Verwaltungsapparat war auch immer viel zu groß, warum auch immer. Ein Phänomen.

Der Wandel kommt schleichend

Eigentlich hat mit dem Web1 und Web2 schon der Wandel im industriellen Zeitalter des 20. Jahrhunderts begonnen. Ob es nun die Digitalilsierung der Maschinen in den Fabriken oder auch der Wandel an den Börsen war. Die Sozialdemokraten konnten im Zuge dessen gar nicht anders wie Kraft verlieren. Die Basis dieser Partei, die Arbeiter sind sukzessive weg gefallen, Frust und Mitgliederschwund waren das Resultat. Man hat es nicht geschafft im Zuge des Wandels neue Werte zu eruieren, die zu den alten passen. Stehenbleiben ist immer der Beginn vom Verfall. Man muss nicht auf alle „Techis“ schimpfen, es wäre besser sie zu gewinnen und zu überzeugen, das Volkswirtschaften nicht zusammenbrechen dürfen. Wenn der Mensch kein Geld hat, kann er auch keins ausgeben.

Was die demokratischen Parteien gerade verpassen

Gerade die Sozialdemokraten verpassen den Wandel im digitalen Bereich. Es geht natürlich immer darum, die Menschen zu versorgen und allen Menschen den bestmöglichen Start zu geben. Ich sehe jedoch auch, dass sich nicht nur die Sozialdemokraten absolut selbst im Wege stehen. Man kann ja Steuern für superreiche fordern, jedoch nur mit der Bedingung das erwirtschaftete Geld auch wirklich bestmöglich einzusetzen und nicht den Verwaltungsapparat bzw. die Administration noch weiter aufzublähen, um noch mehr Beschränkungen und Auflagen für den Mittelstand zu schaffen. Bürokratie ist der Feind jedes Start-up Unternehmens, schon wegen der Zeit, die sie frisst. Es klingt so toll wenn in Pöbelmanier „Tax the rich“ gefordert wird, es sollte aber auch eine Vision mit der Forderung einhergehen, uns zwar eine Transparente, die aufzeigt was mit dem „Mehr an Steuern“ gemacht wird.

Mein Resumé

Ich finde, das können sich die Sozialdemokraten wirklich mal in ihr Parteiprogramm schreiben. Fordern ja, aber bitte mit Plan. Es ist so als würde ich zur Bank ohne Plan gehen um mir 10 Rechner mehr aufzubauen, an denen ich nicht arbeite und keiner sonst und wenn ich die Rechner verleihe, dann muss erst einmal ein Riesenkatalog ausgefüllt werden, der begründet warum ich ihn brauche. Ein Paradoxum. Wir müssen den Aufbau von Selbstständigkeit als Gesellschaft erleichtern.

Author

orientinokzident@gmail.com

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20. Mai 2022