Einblicke aus meiner Kindheit

Oh man, wie habe ich es geliebt Fußball zu Spielen. Wir hatten den Bolzplatz quasi direkt vor der Tür. Mein Bruder hat gekickt. Also wollte ich natürlich auch kicken. Es hat ein wenig gedauert bis ich ernst genommen wurde. Trotzdem hat es mich nicht abgeschreckt weiter zu fragen ob ich mitspielen darf. Ich konnte jetzt vielleicht nicht so gut “dribbeln” aber ich konnte mir doch schon den Ball holen und ihn dann eine kleine Strecke am Fuß halten und wieder abspielen. Nein es war nicht immer Glück! Im Verein war ich tatsächlich auch. Nicht besonders lange. Irgendwie fand ich es doof, mich mit den Jungs zusammen umzuziehen und zu Duschen als Einzige von drei Mädels, in Frühpubertät und der Trainer kommt dauernd rein. Irgendwie schon komisch.

Na ja, wie dem auch sei, also war ich immer auf der Straße und habe Fußball, Brennball oder Völkerball sozusagen “inhaliert”. Es gab auch einen eingezäunten Kunstrasen auf dem die Jungs aus der “anderen Ecke” der Stadt gespielt gespielt haben. Die wilden türkischen Jungs. “Stereotypvollendung vom Feinsten”. Einer dieser Jungs ist tatsächlich sogar Profifußballer geworden. Der hat mich natürlich regelmäßig zum “Spaß” abgeschossen. Fieser Typ. Na toll. Trotzdem bin ich auch dort regelmäßig hin um zu zeigen, “Hey, ich lass mich nicht so leichtfertig abspeisen. Ich will wieder mitspielen!” 😀

Zocken auf der Straße heute…

Heute gehe ich auf den Spielplatz mit unseren Kids und sehe Mütter die in die Handys “reinglotzen” und Kinder die sich die ganze Zeit messen, Mütter die sich gegenseitig schräg anschauen. Nicht im Sport sondern anders. “Du bist nicht meine Freundin”, “Du bist meine Freundin”, “Du gehörst dazu wenn…”, “Ich bin Puh mit dir”, etc. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, das ich so einen blöden Satz gehört habe geschweige denn, das meine Mutter mit sechs oder sieben Jahren noch nebendran gestanden hat. Auch komisch. Meiner Meinung nach müsste es aber auf jedem Spielplatz auch eine Fläche für Ballspiele geben.

Fußball, der Sport der Migranten

Ich frage mich, warum hat sich Fußball zum Volkssport der Migranten und Arbeiter gemausert? Er wird auch oft vom Bildungsbürgertum als Minderwertig angesehen. Wie “bescheuert”. Ballspiele fördern die Motorik, fördern den Teamgeist und das Gemeinschaftsgefühl. Es würde vielleicht weniger “Empathielose” Menschen geben, weniger A*** auf der mittleren und oberen Führungsebene, wenn sie Fußball anstatt Tennis gespielt hätten. Nicht das Fußball jetzt “die” pädagogische Lösung ist :-D.

Natürlich ist jeder Verein mittlerweile bunt durchmischt. Das ist auch gut so. Es könnte sogar noch ein wenig mehr durchmischt sein. Kulturell, sozial, ethnisch. Doch auch hier ist das Problem, das sich die Menschen nicht mehr mit Vereinen, bzw. Vereinsarbeit identifizieren. Ich verstehe aber nicht warum? Es gibt doch nichts schöneres wie echte Integrität in einem Verein vorzuleben. Gerade seinen Kindern.

Vielleicht macht ja aber der Fußball tatsächlich ein wenig besser (Ich spreche hier aber nicht von dem Fifa-Skandal-“Gedöns). 🙂

Also los Ihr Kinder, erobert die Straßen dieser Welt zurück mit einem Stück Leder. 🙂