Blog / Sozialkritik

Urlaubsbericht #1

Endlich Urlaub!

Wir entschließen uns für einen Road-trip in die Türkei über Montenegro. Ich nehme bewusst auch meine digitale Identität mit, bedeutet ich deaktiviere meine Social Media Accounts. Mal sehen wie lange ich ohne Twitter und Co aushalte :-D.

Urlaub in Montenegro – Hilfe

Wir buchen für fünf Tage in Montenegro. Adrian und ich haben diese romantische Vorstellung eines noch „naturbelassenen Landes“. In dem Vögel zwitschern und Feigen wachsen und alle Menschen noch auf natürliche Weise ihr Leben verbringen. Die Natur ist tatsächlich sehr schön und unberührt, nur die Menschen nicht…:-D…Die Fahrt ist wirklich wunderbar. Die Bergstrassen im Balkan sind auf jeden Fall schon dieses Road-trip wert.

Unser Airbnb Alptraum

Ich bin begeistert. Ich buche eine Ferienwohnung. Wir stehen dann jedoch vor einer Wohnung die schon weiter vermietet wurde und erreichen zu allem Übel auch erst einmal nicht die Vermieterin, weil sie bewusst oder unbewusst die falsche Nummer bei Airbnb hinterlegt hat. Durch die Nachbarin die zufällig unseren Weg kreuzt bekommen wir dann den Erstkontakt.
Unsere Vermieterin versichert uns nun auf einmal, das sie nichts von der Buchung wusste und verspricht uns eine alternative Unterkunft zu organisieren. Macht sie tatsächlich auch in einem ihrer anderen Häuser und betont, das diese Unterkunft aber mehr kosten wird. Die neue Unterkunft ist wesentlich kleiner wie die gebuchte und wird teurer. Es gelten Saisonpreise. Klar.

Wir bekommen von Einheimischen erzählt, das die Vermieter vor Ort sogar Schutzgeld bezahlen. Ich kann es kaum glauben. Mit Bitcoin könnte man sich hier besser schützen. Mal wieder.

Laute Musik, dreckige Strände, schnelle Autos in kleinen Gassen

Die Musik ist laut, die Strände überfüllt. Zudem bekomme ich jedes Mal fast einen Herzinfarkt, weil die Menschen die Strandpromenade und auch die kleinen Seitengassen mit 50 oder 60 km/h durchfahren. Mit drei Kindern kein Spaß.

Für alle die gerne Party machen und sich betrinken, ist dieser Ort bestimmt schön.

Unsere Kinder sammeln den Müll der an den Strand gespült wird. Ich rege mich wie immer auf. Wenn wir unsere Meere nicht sauber halten, unsere Erde als Rohstoff nicht hegen und pflegen, die Atmosphäre nicht als ein Teil unseres eigenen Ökosystems anerkennen, werden wir bald kläglich aussterben. Als Spezies Mensch. 

Das schönste in Montenegro war unser Aufenthalt in Old Bar, einer alten Stadtruine.

Die Fahrt in die Türkei

Wir fahren durch Albanien und Griechenland weiter in die Türkei. Albanien ist dann so wie wir es uns vorstellen. Alles wirkt hier, außer natürlich die Hauptstadt Tyrana, sehr rudimentär und „natürlich“. 

Wir machen zwei Stunden Pause am Ohridsee. Der Aufenthalt hier ist für mich entspannender, als 5 Tage Montenegro :-D.

Die trockenen Bäume und Flüsse auf dem Weg

Sie beunruhigen mich sehr und zaubern mir wahrscheinlich mehr weiße Haare als sie sollten. Man erkennt richtig wie die Bäume unter der Hitze leiden. Ich sehe in Albanien auf der Karte von Google Maps einen riesigen Fluss und freue mich schon darauf ihn durch die  Berge fließen zu sehen. Das Flussbett ist fast ausgetrocknet. Die ersten Sentimentalitäten machen sich bemerkbar….

Wie kann man nur an Krieg denken, wenn wir gerade unsere Lebensgrundlagen vernichten, Wasser, Erde und Luft?

Erschöpft in die Türkei

Wir laufen auf dem Zahnfleisch für die Fahrt und sind heilfroh, als wir an der Grenze ankommen. Hier bekommen wir erst mal einen Rüffel, weil wir keine Internationalen Versicherungspapiere für das Fahrzeug mitführen und müssen erst einmal eine erwerben. Ich denke mir so, ich wünschte es gäbe jetzt schon hier eine echte, gesicherte digitale Identität, dann wäre diese ganze Bürokratie endlich mal zu Ende. Ich quatsche mit einem Angestellten und frage ihn, ob man in der Türkei lieber mit Lira oder Euro bezahlt. Er grinst und gibt mir keine Antwort. Ich sage zu ihm, Bitcoin ist des Rätsels Lösung. Er lacht.

Scam in der Türkei

Wir tanken an einer Tankstelle am Grenzübergang in Edremit bei Termopet Dostlar Petrol und beschließen uns gleich noch eine SIM Karte zu kaufen. Der Verkäufer möchte den Personalausweis von Adrian oder mir um die Karte zu registrieren. Erst einmal nicht so ungewöhnlich. Was ich nur ungewöhnlich finde ist, das er anscheinend ein Foto davon mit seinem Privathandy macht. 

Er verkauft uns die Karte für 600 TL anstatt für 350 TL, wie ich später beim Turkcell Shop rausbekomme. Zudem fällt uns beim installieren der App auf, das die Karte auf einen Stepan Prysiazhniuk zugelassen ist und gar nicht auf Adrian. Ich rieche den Scammer schon spürbar. Von “Dost“(Freund) ist hier leider nichts zu spüren.

Ich denke wieder daran, das dieser Typ gar keine Chance gehabt hätte, wenn es endlich einen „echten“ digitalen Markt geben würde. Worldwide Roaming muss endlich selbstverständlich werden. Wieder denke ich an Bitcoin und Crypto.

Author

orientinokzident@gmail.com

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